
Bisexualität hat viele Gesichter
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Was
hat eine bisexuelle Gruppe auf einem Kirchentag zu suchen?
von Fabian Doles Vorstand
Uferlos e.V. Köln
Das haben bestimmt viele Menschen gedacht, als sie uns zum ersten
Mal bei unserem ersten Ev. Kirchentag in Frankfurt gesehen haben.
Wir haben sie aber durch den enormen Besucheransturm wirklich
überzeugen können. |
Wir Bi's sind
genau so weit verbreitet in der Kirche wie Homosexuelle, wir fallen
nur nicht so sehr auf. Wir leben oft in nicht gleichgeschlechtlichen
(Ehe-) Partnerschaften, einige von uns haben sogar Kinder (für
Nachwuchs muss auch gesorgt werden).
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Alle
Altersgruppen haben unseren Stand begutachtet
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Da
gab es viel zu lesen und zu sehen
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In der Kirche
tut sich was, zwar langsam aber immerhin. Dieses Jahr (2003) waren
wir auf der so genannten "Meile der Möglichkeiten"
mit vielen anderen "Randgruppen" wie z.B. der Lesbischen
Katholikengruppe, katholischen Priestern und ihren Frauen und der
HuK (Homosexuelle und Kirche).
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| Manche
haben sich wirklich viel Zeit genommen, um die Lebensläufe
von Bisexuellen zu lesen. |
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Ob
Paar oder Single - fast alle haben sich umgeschaut. |
Fünf Mitglieder
unserer Kölner Bi-Gruppe Uferlos sind nach Berlin gefahren
und haben einen Infostand zusammen mit dem Bisexuellen Netzwerk
(BiNe e.V.) betreut. Wir führten viele vertrauliche Gespräche.
Unsere frisch gedruckten BiNe-Broschüren ging weg, wie warme
Semmeln.
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| Die
Tafel mit den Biographien
Bisexueller ist sehr gut angekommen |
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Da
gab es viele Gesichter zu sehen
und Geschichten zum lesen |
Ich war erstaunt
über die große Resonanz. Da gab es weniger seltsame Blicke
als bei den Lesben & Schwulen beim CSD in Köln (die uns
oft anschauten, als ob wir vom anderen Stern kämen).
Besucher, egal ob jung oder alt, hatten viele Fragen und zeigten
großes Interesse. Sie nahmen Infomaterial nicht nur für
sich mit, sondern auch für Freunde (oder war das nur Vorwand?).
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| Obwohl
es beim Kirchentag viel zu sehen gab, wurden wir nicht übersehen |
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Naturlich
standen wir auch gerne zum Gespräch bereit, die so manches
auch un Anspruch genommen haben |
Diese positive
Erfahrung hatten wir auch bei den letzten Evangelischen Kirchentagen.
In Frankfurt gab es aber einen Zwischenfall mit einem spuckenden
"Lama". Ein aufgeregter Besucher spuckte uns an. Wir haben
es nicht persönlich genommen, da er alle anderen Queer-Gruppen
gleichermaßen angespuckt hat. Es gibt immer ein paar unverbesserliche
Idioten auf dieser Welt.
Da
ich ein Namenschild mit "I SPEAK ENGLISH" trug, bin
ich von vielen Ausländern direkt englisch angesprochen
worden. Ein Besucher aus Korea wollte unbedingt ein Foto mit
mir machen (ich vermute, sonst hätte ihm keiner zu Hause
geglaubt, dass es sowas auf dem Kirchentag gab).
Ein Libanese war auch froh uns zu sehen und schilderte mir,
wie unmöglich solch ein Infostand in seiner Heimat wäre.
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Bi-Geschichten
zum anfassen
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Der
neue bunte BiNe-Flyer war der Renner
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Selbst
Geistliche waren neugierig auf unseren Stand
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Meine eigene
Heimat Amerika (ich komme aus der sogenannten religiösen "Bible
Belt") wird oft als das "Land der unbegrenzten Freiheit"
benannt. Die Realität sieht besonders auf dem Lande anders
aus (und in Amerika gibt es viel Fläche).
In den Südstaaten herrschen Gruppen wie die "Moral
Majority", "Ku-Klux-Klan" und andere ultrakonservative
Kirchengruppen, die unsere Arbeit als "Teufelswerk"
ansehen würden und mit aller Gewalt bekämpfen.
Daher lebe ich lieber in Europa, weil hier die Akzeptanz für
andere Lebensformen eher gewährleistet ist. Ich bin froh
hier in Europa zu leben und fand es toll, beim Ökumenischen
Kirchentag in Berlin mitgemacht zu haben. |
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Unser
Stand vorher
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Unser
Stand nachher
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Fabian
war Katholik, während der Grundschulzeit war er
in einem katholischen Internat. Er hat sogar ein "High
School" Priester Seminar
besucht. An der Universität hat er mit vielen anderen
christlichen Konfessionen zu tun gehabt, hauptsächlich
Baptisten und Methodisten, bei Bible Study, Lunch &
Bible-Vorlesungen sowie der Ministry Chor Gruppe "Circuit
Riders". Heute ist er Deist.
Deisten übten rationalistische Kritik an der Kirche
und an Fanatismus und Intoleranz. Bezeichnet werden
die Deisten auch noch als Freidenker (weil sie gegen
die Autorität der Kirche wagen frei zu denken).
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